ERNÄHRUNGSFÜHRERSCHEIN

Die Küche kommt ins Klassenzimmer

 

Den Ernährungsführerschein mit einem Opa-Oma-Fest gefeiert

Im Dezember 2015 führte Frau Krebes vom Forum für Gesundheit in Nördlingen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Kleinerdlingen-Ederheim in eine gesunde Ernährungsweise ein. Das Konzept bedeutet, dass die Küche ins Klassenzimmer kommt. Der aid-Ernährungsführerschein ist ein fertig ausgearbeitetes Unterrichtskonzept, bei dem der praktische Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten im Mittelpunkt steht. Ausgehend von der Zubereitung kleiner, kalter Gerichte wie z.B. Nudelsalat oder Obstsalat bietet der Ernährungsführerschein eine Vielfalt an Lernfeldern: Kennenlernen von Ernährungsbegriffen, Einschätzen von Portionen mit Hilfe der Ernährungspyramide und das gemeinsame Tischdecken und Essen. Begeistert luden die Kinder ihre Großeltern zur Verleihung des Ernährungsführerscheins in die Schule ein, um sie mit ihren neu erworbenen Kochkünsten zu beeindrucken. Beim Opa-Oma-Fest ging es natürlich so kurz vor Weihnachten um mehr als nur Essen und Trinken. Mit Gedichten, kleinen Sing- und Theaterspielen und vielen Liedern zeigten die Kinder ihr Können und ernteten einen kräftigen Applaus für eine gelungene Idee.

 

Ernährungsführerschein

Geschafft! Sie haben den Ernährungsführerschein bestanden!

Ernährungsführerschein

Frau Krebes übernimmt jedes Jahr die Aufgabe, unseren Kindern indrei Einheiten das Grundwissen für den Ernährungsführerschein beizubringen. Dabei kommt die Praxis nicht zu kurz.

 

 

 

 

 

 

Mehr als Wissen über gesundes Essen – Jedes Jahr macht die 4. KLASSE DEN eRNÄHRUNGSFÜHRERSCHEIN

 

Das Thema Ernährung gehört in den Unterricht und zwar nicht nur an unserer Schule. Welches Wissen und vor allem welche Kompetenzen Lehrkräfte den Kindern dabei vermitteln sollen, erklärt Ernährungsexpertin Kirsten Schlegel-Matthies (Professorin am Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn).

 

Interview:

In Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt 52 Prozent der Erwachsenen übergewichtig. Was braucht es, um Kinder von klein auf an gesunde Ernährung heranzuführen?

Kirsten Schlegel-Matthies: Gerade der Verweis auf „gesunde“ Ernährung erzeugt bei Kindern einen Gegensatz von „gesund“ und „lecker“. Es gibt aber korrekterweise gar keine gesunde Ernährung, allenfalls eine gesundheitsförderliche, und die liegt im rechten Maß und nicht bei bestimmten Diäten oder Lebensmitteln. Hilfreich wäre, weniger über Essen und Ernährung zu reden und stattdessen öfter gemeinsam zu essen. Erwachsene sollten Kinder an allem, was auf den Tisch kommt, teilhaben und davon probieren lassen. Wer von klein auf viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen erlebt, muss sich nicht mit Gesundheitsfragen befassen.

 

Wie hängen Geschmack und Gesundheit zusammen?

Eine breite Geschmackspalette, die positiv erlebt wird, fördert die Freude am Essen und führt eher dazu, dass Menschen sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren. Das ist die Grundlage für einen gesundheitsförderlichen Ernährungsstil.

 

Welche Aufgabe kommt den Kitas und Schulen zu?

Sie haben einen Bildungsauftrag zu erfüllen, der über die schlichte Prävention von ernährungsbedingten Erkrankungen deutlich hinausgeht. Ernährungsbildung muss Menschen dazu befähigen, ihre eigene Ernährung selbstbestimmt und sozial verantwortlich zu gestalten. Also Gerichte und Lebensmittel unter Berücksichtigung von Sinnlichkeit, Gesundheit und Nachhaltigkeit auszuwählen. Ernährungsbildung ist Esskulturbildung. Sie dient der Vermittlung von Kulturkompetenzen.

 

Welche Kompetenzen sind damit gemeint?

Zum einen geht es darum, Kindern und Jugendlichen kulturelle Voraussetzungen und unterschiedliche Küchen näherzubringen. Je nach Klima, geografischen, sozialen und oft auch religiösen Einflüssen sind Küchen unterschiedlich entwickelt und es haben sich vielfältige Ess-Sitten herausgebildet. Die Zusammenstellung von Lebensmitteln, ja was überhaupt als essbar angesehen wird, unterscheidet sich weltweit erheblich. Zum anderen sollen sich Schülerinnen und Schüler mit ihrem individuellen Ess- und Trinkverhalten auseinandersetzen, um den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit verstehen zu können. Eine gute Möglichkeit ist, mit den Schülern eine Woche lang ein Ess- und Trinktagebuch zu führen.

 

Wie funktioniert so ein Tagebuch?

Darin notieren sie, warum sie was gegessen und getrunken haben, welche Wirkung sie gespürt haben. So wird zum einen das Nachdenken über Lebensmittel gefördert und zum anderen eine Grundlage geschaffen, sich anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Wirkung von Inhaltsstoffen der Nahrung auseinanderzusetzen. Kinder sollten Angebote im Supermarkt außerdem kritisch hinterfragen können. Hierfür ist die Vermittlung von entsprechendem Wissen notwendig, aber auch die Reflexionsfähigkeit und ein Verständnis der Körpervorgänge.

 

Es geht also auch darum, Schüler zu kritischen Konsumenten zu erziehen?

Ja. Ernährungs- und Verbraucherbildung gehören zusammen. Ernährung ist ein zentrales Konsumfeld und gerade dort gibt es oft Angebote und Versprechungen, die wenig nachhaltig, gesundheitsförderlich oder funktional sind. Werbeaussagen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, die Qualität eines Produktes zu testen, Label und Siegel zu kennen und einzuordnen sowie Empfehlungen und Konzepte im Ernährungsbereich kritisch zu betrachten und zu bewerten, sind wesentliche Lernaufgaben,

 

Wie kann Ernährungsbildung im Unterricht umgesetzt werden?

Im Fach Hauswirtschaft bzw. Haushaltslehre, je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, kann man gemeinsam kochen, um sich über kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten auszutauschen und um neue Geschmackserfahrungen zu machen. Aber auch in den anderen Fächern gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich mit Ernährung aus unterschiedlichen Perspektiven zu befassen: Im Fach Erdkunden beispielsweise, unter welchen Bedingungen Lebensmittel angebaut und verarbeitet werden und ihre Auswirkungen auf die Umwelt. In Ethik der Überfluss und die Verschwendung von Essen einerseits, Mangel und Hunger andererseits. In Geschichte die historische Entwicklung der Ernährungsversorgung und so weiter.

 

Kommt Ihrer Meinung nach das Thema Ernährung als fester Bildungsbereich zu kurz? Bräuchte es an jeder Schule ein eigenes Unterrichtsfach „Ernährung“?

Ein eigenständiges Fach ist nicht notwendig, aber eine stärkere Verzahnung der Bildungsbemühungen und ein Kooperation der beteiligten Fächer. Wenn es beispielsweise in Geographie um den Kakaoanbau geht, sollten gleichzeitig in Geschichte historische Aspekte behandelt werden, kombiniert mit der Herstellung von Speisen mit Schokolade im Fach Hauswirtschaft. Außerdem sollte die Schule über den Unterricht hinaus dafür sorgen, dass das Verpflegungsangebot in den Pausen und für das Mittagessen nicht im Widerspruch zu dem steht, was im Unterricht vermittelt wird.

 

Wie sollte das Verpflegungsangebot an den Schulen denn aussehen?

Keine Süßigkeiten und Limonaden im Schulkiosk, sondern Obst, Joghurt und so weiter. Es sollten die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beachtet werden. Eine gute Schulverpflegung ist auf die Bedürfnisse und Wünsche der Schüler abgestimmt: Die Portionen sind frei wählbar und man kann sich nachnehmen, wenn etwas gut schmeckt. Das verhindert, dass Essensreste zurückbleiben, weil sich die Schüler zu viel aufgefüllt haben. Auch das Ambiente ist wichtig: Enge Räume, wenig Zeit und Hektik sind zu vermeiden. Eine gute Schulverpflegung muss in ein gesamtes Schulkonzept integriert werden. Dann kann sie auch einen Beitrag zur Esskulturbildung leisten.

 

 

Ernährungsführerschein

 WEBSITES ZUR ERNÄHRUNGSBILDUNG

 

·         Der Materialkompass des Schulportals für Verbraucherbildung bewertet Unterrichtsmaterialien im Netz. Zum Thema Ernährung sind fas 140 Materialien gelistet:

ð  www.verbraucherbildung.de/materialkompass

·         Das Portal „Ernährung und Verbraucherbildung im Internet“ bietet Informationen und Forschungsergebnisse zur Ernährungs- und Verbraucherbildung (EVB):

ð  www.evb-online.de

 

·         Vielseitige Projektideen und Unterrichtsmaterialien für Kita und Schule finden Pädagogen bei „In Form“, Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung:

ð  www.in-form.de

 

·         Wissenschaftliche Schriften zur Ernährungs- und Verbraucherbildung, unter anderem zur REVIS-Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung, gibt es auf:

ð  sug.uni-paderborn.de/ekg/schriftenreihe

 

·         Die Qualitätsstandards für die  Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.:

ð  www.dge.de

 

·         Neuigkeiten zur Ernährungsbildung, Arbeitsblätter und zahlreiche Projektideen, beispielsweise einen Ernährungsführerschein für Drittklässler, bietet der „aid-Infodienst“:

ð  www.aid.de

 

 

 

MÖHRE BRAUCHT FETT

 

Experimente helfen, komplizierte Vorgänge begreifbar zu machen. Warum sollte man beispielsweise Möhren zusammen mit etwas Butter oder Öl essen? Die Antwort können Schüler mit diesem Versuch selbst herausfinden.

 

Die Schüler…

§  erfahren, dass Möhren einen Farbstoff (Beta-Carotin) enthalten, der in Fett bzw. Öl löslich ist.

§  lernen, dass fettlösliche Vitamine vom Körper besser aufgenommen werden, wenn sie zusammen mit Fett verzehrt werden.

§  Beobachten, beschreiben. Protokollieren und interpretieren die Versuchsergebnisse.

 

 

So geht’s

 

Materialien:     1 Stück Möhre

                        5 Esslöffel Wasser

                        5 Esslöffel farbloses Pflanzenöl (z. B. Erdnussöl)

                        Reibe und tiefer Teller

                        2 Gläser

                        1 Löffel

 

Die Möhre ganz fein auf einer Reibe zerkleinern und so viele Möhrenraspeln in ein Glas geben, dass der Boden gerade damit bedeckt ist.

 

Versuch – Schritt 1:

Zusätzlich zu den Möhrenraspeln fünf Esslöffel Wasser in ein Glas füllen und gründlich verrühren.

Versuch – Schritt 2:

Zusätzlich fünf Esslöffel Öl in das Glas (aus Schritt 1) geben und wieder alles kräftig umrühren (mindestens 1 Minute). Die Mischung eine Weile stehen lassen, bis sich die Öl- und Wasserschicht wieder voneinander getrennt haben. Wenn ihr die Flüssigkeiten in ein zweites Glas abgießt, könnt ihr eine Farbveränderung erkennen (Tipp: weißes Blatt Papier dahinter halten).

 

Was passiert?

Bei Versuch 1: Wasser nimmt auch nach intensivem Rühren keine Färbung an.

Bei Versuch 2: Das Öl färbt sich gelb-orange ein. Auch nach gründlichem Schütteln und Rühren geht der Farbstoff nicht in die Wasserschicht über.

 

Erklärung

Möhren enthalten einen gelb-orangen Farbstoff, der Beta-Carotin heißt. Dieser Stoff kann durch Fette, nicht aber durch Wasser aus der Möhre herausgelöst werden. Er ist fettlöslich. Das Experiment zeigt außerdem, das sich die beiden Flüssigkeiten Öl und Wasser nicht vermischen lassen.

 

Was hat das für unsere Ernährung zu bedeuten?

Beta-Carotin ist nicht nur ein Farbstoff, sondern gleichzeitig die Vorstufe für das lebensnotwendige Vitamin A. Es wird daher auch als Provitamin A bezeichnet. Der Körper sollte möglichst viel von diesem wertvollen Inhaltsstoff aufnehmen. Dies ist dann der Fall, wenn das Beta-Carotin in Fett gelöst wird. Nun wird verständlich, warum es günstig ist, Möhrenrohkost mit Essig-Öl-Marinade anzumachen oder Möhrengemüse mit etwas Butter oder Öl zu dünsten.

 

AUCH IM SCHULJAHR 2014/15 ERWARBEN UNSERE KINDER WISSEN ÜBER GESUNDE ERNÄHRUNG

Ernährungsführerschein

Den Ernährungsführerschein mit einem Opa-Oma-Fest gefeiert

Im Dezember 2014 führte Frau Krebes vom Forum für Gesundheit in Nördlingen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Kleinerdlingen-Ederheim in eine gesunde Ernährungsweise ein. Herr Metzger, Inhaber der Ries-Apotheke in Nördlingen, sponserte drei Einheiten des „aid-Ernährungsführerscheins“. Das Konzept bedeutet, dass die Küche ins Klassenzimmer kommt.

Der aid-Ernährungsführerschein ist ein fertig ausgearbeitetes Unterrichtskonzept, bei dem der praktische Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten im Mittelpunkt steht. Er wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Ausgehend von der Zubereitung kleiner, kalter Gerichte bietet der Ernährungsführerschein eine Vielfalt an Lernfeldern: Das Kennenlernen von Ernährungsbegriffen, das Einschätzen von Portionen mit Hilfe der Ernährungspyramide und auch das gemeinsame Tischdecken und Essen. Immer mit dabei: Kater Cook, der clevere Küchenmeister. Er weiß, wie man sich fit und startklar macht für die Küche oder wie die Tische wieder blitzblank sauber werden.

Während der ersten beiden Lektionen in der Grundschule Kleinerdlingen-Ederheim erfuhren die Kinder, was sie beachten sollten, um ihren Körper gesund zu erhalten. Darüber hinaus bereiteten die Schülerinnen und Schüler unter fachkundiger Anleitung von Frau Krebes leckere Brotgesichter und einen schmackhaften Nudelsalat zu. Die Klassen 1 und 2 lernten die Ernährungspyramide kennen.  Begeistert luden die Kinder ihre Großeltern und Eltern zur Verleihung des Ernährungsführerscheins in die Schule ein, um sie mit ihren neu erworbenen Kochkünsten zu beeindrucken. Gleichzeitig bewirteten die Kochkünstler alle anderen Klassen. Die 1. Klasse stellte einen Powertrunk her und die 2. Klasse organisierte einen Obstsalat.  Die 4. Klasse bewirtete mit Nudelsalat und Brotgesichtern.  Beim Opa-Oma-Fest ging es natürlich so kurz vor Weihnachten um mehr als nur Essen und Trinken. Mit Gedichten, kleinen Sing- und Theaterspielen und vielen Liedern zeigten die Kinder ihr Können und ernteten einen kräftigen Applaus für eine gelungene Idee.

Gesundheitsexperten an unserer Schule

Das Expertenteam des Forums für Gesundheit informierte unsere Eltern und Kinder über gesunde Ernährung. Der Workshop für die Eltern wurde geleitet von Simone Gebele, Werner Metzger und Andrea Krebes ( von links nach rechts).

Gesunde Ernährung für Kinder und Eltern
Ernährungsführerschein

 

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Kombiklasse nahmen mit großem Eifer an dem Unterricht von Frau Krebes teil. Sie organisierte zum zweiten Mal an unserer Schule einen Ernährungsführerschein für Kinder.

Erweitert und ergänzt wurde dieser Baustein durch eine sehr anschauliche Ausstellung über gesunde Ernährung und einen Elternabend. Herr Metzger vom Forum Gesundheit stellte den Eltern die Folgen ungesunder oder falscher Ernährung dar und gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen gab er wertvolle Tipps und Informationen, um genußvoll gesund zu leben.

Alle Besucher zeigten sich sehr begeistert und dokumentieren das auch an einer Pinwand in der Aula. Auch Wochen später lasen die Schüler immer wieder die Beiträge der Eltern.

Eine tolle Idee zur Gesundheitserziehung, die auch noch genießen lässt.

Vielen Dank!

Kinder überraschen Großeltern
Ernährungsführerschein

Nach 5 Einheiten zum Thema

Ernährung,

Inhalt von Lebensmitteln,

Gesundheit und

Zubereitung von Speisen

war es soweit: Die Kinder legten unter Aufsicht von Ernährungsberaterin Frau Krebes eine theoretische und praktische Prüfung ab und bestanden mit Bravour ihren Ernährungsführerschein 2010.
Zum Kosten luden sie ihre Großeltern und Helfer der Schule ein, die mit Lob nicht sparten. Das Foto mit den stolzen Köchen erinnert an ein gelungenes Projekt.